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Welche Kohle eignet sich am besten zum Grillen?

Welche Kohle eignet sich am besten zum Grillen?

Zum Grillen sollte man ausschliesslich Grillkohle, auch Grill-Holzkohle genannt - oder Grillbriketts verwenden. Die Begriffe sind allerdings nicht geschützt, und ein Gesetz, das Mindestqualität vorschreibt, gibt es nicht. Wer wirklich gute Kohle will, muss deshalb auf einige Qualitätsmerkmale achten: Kohlenstoffgehalt, Feuchtigkeit, Körnung und Feinanteil.

Dass auf dem Sack "Grillkohle" steht, heisst erst mal nur: Der Hersteller verkauft die Kohle zum Grillen. Es heisst nicht, dass sie lange und heiss glüht oder mit wenig Rauch und Asche verbrennt. Es gibt zwar eine europäische Norm für Grillkohle - EN 1860-2 - aber sie ist freiwillig. Ein Sack ohne Prüfzeichen verstösst gegen nichts.

Die gute Nachricht: Du kannst gute Kohle erkennen.

Welche Qualitätsmerkmale hat die perfekte Grillkohle?

Perfekte Grillkohle glüht gleichmässig, heiss und lang, verbrennt ohne Flamme und mit kaum Rauch, und hinterlässt wenig Asche. Dahinter stecken vier messbare Merkmale: hoher Kohlenstoffgehalt, geringe Feuchtigkeit, gleichmässige Körnung und wenig Feinanteil. Alle vier kannst du prüfen - zwei davon stehen im Idealfall auf dem Sack.

Hoher Kohlenstoffgehalt. Je mehr Kohlenstoff in der Kohle steckt, desto höher der Heizwert - und desto weniger bleibt übrig, was stattdessen verdampft oder als Asche zurückbleibt. Bei 70 % Kohlenstoff ist fast ein Drittel vom Sack kein Kohlenstoff. Bei 80 % ist es nur noch ein Fünftel. Die europäische Norm EN 1860-2 verlangt mindestens 75 % in der trockenen Kohle; das strengere DINplus-Siegel verlangt 80 %.

Geringe Feuchtigkeit. Feuchte Kohle brennt schlecht an, wie feuchtes Holz. Und du bezahlst das Wasser mit: Ein 10-kg-Sack mit 8 % Feuchtigkeit - das ist das Maximum, das die Norm erlaubt - enthält fast einen Liter Wasser. Hätte derselbe Sack nur 4 %, wäre fast ein halbes Kilo mehr Kohle drin.

Gleichmässige Körnung. Neben dem Kohlenstoffgehalt das wichtigste Merkmal für lange, gleichmässige Hitze. Unterschiedlich grosse Stücke glühen unterschiedlich schnell durch: Die kleinen sind schon Asche, bevor die grossen richtig glühen. Es geht dabei um Gleichmass, nicht um Grösse - kleine Stücke sind völlig in Ordnung (zum Beispiel in der Tischgrillkohle), solange sie alle klein sind.

Wenig Feinanteil und Staub. Der Krümelrest unten im Sack wird keine Glut. Er wirbelt beim Einschütten auf, sorgt für schwarze Hände, Qualm und Funken - und du kaufst ihn mit, wie das Wasser. Auch hier zieht die Norm eine Grenze: Höchstens 7 % des Sacks dürfen aus Stücken unter 10 mm bestehen.

Was sagen Siegel wie DIN-Geprüft und DINplus aus?

Die Prüfzeichen "DIN-Geprüft" und "DINplus" bestätigen, dass ein zertifiziertes Labor die Kohle gegen die Norm EN 1860-2 geprüft hat - Kohlenstoff, Asche, Feuchte, Körnung. DINplus legt die Latte dabei höher als die Norm selbst. Ein Siegel garantiert also Mindestqualität. Was es nicht verrät: aus welchem Holz die Kohle ist.

Konkret: Für DIN-Geprüft gelten die Normwerte, also mindestens 75 % Kohlenstoff und höchstens 8 % Asche. Für DINplus sind es 80 % Kohlenstoff und nur 4 % Asche. Wer DINplus auf dem Sack hat, hat sich freiwillig an der schärferen Latte messen lassen.

Aber - und das ist der Punkt, den kaum jemand kennt: Die Norm sagt nichts über die Holzart. Eine Kohle kann jede Anforderung von EN 1860-2 erfüllen und trotzdem aus Tropenholz bestehen. Auch der Heizwert steht in keiner Norm. Wer wissen will, was er verbrennt, muss auf Holzart und Herkunft schauen - und die stehen nur auf dem Sack, wenn der Hersteller sie freiwillig angibt.

Deshalb gilt: Siegel sind ein guter Anfang, aber kein Ersatz für Transparenz. Im Idealfall machst du dir selbst ein Bild - anhand der Werte, die ein Hersteller offenlegt. Wir bei Glutfest legen die wichtigsten Qualitätsmerkmale unserer Kohle offen, damit du keine Black Box kaufst.

Welche Kohle passt zu welchem Grill?

Neben der Qualität entscheidet der Einsatzzweck. Die Faustregel: kleine Stücke für kleine Grills, mittlere für den Alltag, grosse Brocken für lange, heisse Sessions. Entscheidend ist, dass die Stückung zur Grillgrösse und zur Grilldauer passt - ein Tischgrill braucht andere Kohle als ein Smoker.

  • Tischgrillkohle hat kleine, gleichmässige Stücke, die den Kohlebehälter perfekt ausfüllen.
  • Allround-Kohle mit mittlerer Körnung ist der Alleskönner für sämtliche Holzkohlegrills.
  • Restaurant- oder Steakhouse-Kohle besteht aus besonders grossen Stücken, die lange und gleichmässig glühen - ohne häufiges Nachlegen.

Alle drei Stückungen findest du bei unseren Sorten.

Kann man mit Pflanzenkohle, Biokohle oder Aktivkohle grillen?

Nein. Fast jede Kohle brennt, aber nicht jede Kohle ist zum Verbrennen gedacht. Pflanzenkohle gehört in den Boden, ins Futter oder in Baustoffe, Aktivkohle in Filter - und Biokohle ist nur ein älteres Wort für Pflanzenkohle. In den Grill gehört ausschliesslich, was als Grillkohle oder Grillbriketts verkauft wird.

Pflanzenkohle entsteht wie Grillkohle durch Pyrolyse - Erhitzen unter Luftabschluss - aber nicht nur aus Holz, sondern aus allen möglichen pflanzlichen Reststoffen. Sie wird als Bodenhilfsstoff, Futterzusatz oder in Baustoffen eingesetzt und ist fürs Grillen weder gemacht noch geprüft. Oft kommt sie ohnehin fein bis staubförmig daher - und Staub wird keine Glut.

Biokohle ist die ältere deutsche Übersetzung des englischen "biochar" und meint dasselbe wie Pflanzenkohle. "Bio" klingt nach Bio-Siegel oder biologischem Anbau - damit hat es aber nichts zu tun, gemeint ist schlicht Biomasse.

Aktivkohle ist Kohle mit stark vergrösserter innerer Oberfläche, die Stoffe bindet statt sie zu verbrennen. Deshalb steckt sie in Luftfiltern, Wasserfiltern und in Medikamenten. Hergestellt wird sie, indem Holzkohle oder auch Steinkohle in einem zweiten Schritt "aktiviert" wird. Zum Grillen ist sie nicht gedacht.

Kurz-Überblick:

  • Grillkohle und Grillbriketts: ja - dafür sind sie gemacht.
  • Holzkohle allgemein: nur, wenn sie als Grillkohle verkauft wird.
  • Pflanzenkohle und Biokohle: nein - sie gehören in Boden, Futter oder Baustoff.
  • Aktivkohle: nein - sie gehört in den Filter.

Zusammenfassung

Die perfekte Kohle hängt vom Zweck ab, für den sie gemacht wurde - und zum Grillen gehört nur Grillkohle. Innerhalb der Grillkohle entscheiden vier Merkmale über die Qualität: viel Kohlenstoff, wenig Feuchtigkeit, gleichmässige Körnung, wenig Staub. Prüfsiegel wie DIN-Geprüft und DINplus garantieren Mindestwerte. Was sie nicht abdecken - Holzart und Herkunft - erkennst du nur bei Herstellern, die ihre Werte offenlegen. Im Idealfall machst du dir selbst ein Bild, anhand objektiver Kriterien.

Und welche Kohle verwendest du zum Grillen?

Was ist dir wichtig bei der perfekten Grillkohle? Melde dich gerne bei uns - wir freuen uns, von dir zu hören.


Quellen

  • EN 1860-2:2005 (E) - "Appliances, solid fuels and firelighters for barbecuing - Part 2: Barbecue charcoal and barbecue charcoal briquettes - Requirements and test methods", CEN/TC 281. Alle Grenzwerte in diesem Beitrag stammen aus Abschnitt 4 dieser Fassung.
  • Petrovic, S., Glavonjic, B.: "Standards and certificates for charcoal and charcoal briquettes in the function of harmonization of their quality and market development". Quelle für die DINplus-Grenzwerte und die DIN-CERTCO-Zertifizierungsregeln.
  • Rösler, G. (2011): "Holzkohleherstellung sowie deren Charakterisierung hinsichtlich Ersatzreduktionsmittel in metallurgischen Prozessen", Masterarbeit, Montanuniversität Leoben.